Bitte nicht verwechseln: Es gibt Menschen, die den Einsatz von CAT-Tools mit der maschinellen Übersetzung vertauschen. Eine maschninelle Übersetzung () erfolgt automatisch, also ohne Zutun eines menschlichen Übersetzers. CAT-Tools hingegen unterstützen den Übersetzer lediglich bei der Arbeit, weswegen man hier von „computerunterstützte Übersetzung“ spricht. Die Abkürzung CAT steht für computer-aided translation bzw. computer-assisted translation.

Bestandteile eines CAT-Tools

Die wohl entscheidensten Komponenten eines CAT-Tools sind das Translation-Memory-System (TM oder TMS) und die Terminologie-Datenbank.

  • Translation-Memory-System: Das TM ist der persönliche Übersetzungsspeicher eines Übersetzers. Alles, was man bisher übersetzt hat, wird in diesem System strukturiert gespeichert. Einerseits dient es als eine Art Nachschlagewerk, in welchem der Übersetzer nach angefertigen Übersetzungen suchen kann und andererseits nutzt das Programm den Übersetzungsspeicher, um nach nach Formulierungen mit einer vorgegebenen Mindestübereinstimmung zu suchen und sie als Übersetzung anzubieten. Die Vorschläge können dann vom Übersetzer angenommen, angepasst oder abgelehnt werden.
  • Terminologie-Datenbank: Sie dient als eine Art Wörterbuch, bzw. Glossar. Der Übersetzer legt in seiner täglichen Arbeit Glossar-Einträge an. Tauchen diese gespeicherten Wörter erneut in der Übersetzung auf, zeigt das Programm diesen Datenbankeintrag an. Der Übersetzer kann dann je nach Bedarf den Begriff einfügen oder nicht.
Screenshot des CAT-Tools SDL Trados Studio Freelance 2019 im Einsatz
(Klick aufs Bild vergrößert es)

Vorteile von CAT-Tools: Wozu braucht man so etwas?

Das CAT-Tool ist ein Programm zur zentralen Bearbeitung von Texten und Übersetzungen. Alles, was mit einem Übersetzungsauftrag zu tun hat, kann in einem CAT-Tool koordiniert und organisiert werden (Stichworte: Projektmanagement und Workflow): die zu übersetzenden Texte, weiterführende Materialien, Terminologie, Paralleltexte, Kunden-Informationen, Projekt-Bedingungen, Bearbeitungsdauer …

Vorteile des Einsatzes von CAT-Tools sind die verbesserte Konsistenz und die garantierte durchgängige Verwendung kunden- oder branchenspezifischer Terminologie. Daraus resultieren verkürzte Bearbeitungszeiten sowie eine Reduzierung und bessere Kontrolle der Kosten. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass gewisse Stellen im Text (meist Tags) vom System geschützt bzw. ausgeblendet werden, sodass sie nicht versehentlich verändert werden können. Dies ist vor allem bei der Softwarelokalisierung, also Übersetzung von Programmen, Apps und Websites sehr nützlich, da der Programmcode so vor unbeabsichtigten Änderungen geschützt wird. Terminologie-Datenbanken helfen einheitliche dabei, konsistent Fach- und Unternehmens-Terminologie zu verwenden und nicht zulässige Terminologie zu vermeiden (beispielsweise Produktbezeichnungen fremder Hersteller).

CAT-Tools in der Übersicht

Folgende CAT-Tools sind momentan auf dem Markt erhätlich (keine Gewähr für Vollständigkeit; Stand November 2020):

Diese 4 CAT-Tools bediene ich in meiner Tätigkeit als technischer Übersetzer, Lokalisierer und SEO-Übersetzer:

Weitere CAT-Tools:

  • Anaphraseus
  • CafeTran Espresso
  • Déjà Vu
  • GlobalSight
  • gtranslator
  • Lokalize
  • MateCat
  • MetaTexis
  • OmegaT
  • ONTRAM
  • Pairapharase
  • Poedit
  • Pootle
  • Similis
  • Smartcat
  • STAR Transit
  • Virtaal
  • Wordfast
  • XTM Cloud

Thomas Baumgart ist Konferenzdolmetscher und Übersetzer für Spanisch, Polnisch und Deutsch. Fachgebiete sind Industrie, Technik (IT) sowie Landwirtschaft & Ernährung. Im Blog eines Brückenbauers berichtet er von seinem Berufsalltag als Übersetzer und Dolmetscher und weiteren damit verbundenen Themen.

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