Die 10 Gebote des Berufseinstiegs: Hinweise und Tipps für den Einstieg als Übersetzer und Dolmetscher

Die 10 Gebote des Berufseinstiegs: Grundlegende Hinweise für Übersetzer und Dolmetscher

Du möchtest Übersetzer oder Dolmetscher werden? Vor und während des Berufseinstiegs als selbstständiger Übersetzer und Dolmetscher gibt es einige Punkte zu beachten. Diese 10 Gebote geben einen Überblick über die Themen, mit denen sich angehende Sprachmittler auseinandersetzen sollten. Natürlich ist die nachfolgende Liste nicht vollständig und in Stein gemeißelt, enthält aber einige wichtige Tipps.

Die 10 Gebote des Berufseinstiegs gibt es auch als Dokument im PDF-Format und Infografik im PNG-Format.

1. Du sollst Ahnung haben!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich als Übersetzer oder Dolmetscher auszubilden. Neben exzellenten Sprachkenntnissen werden Allgemeinwissen und fundierte Fachkenntnisse in ausgewählten Themengebieten benötigt. Auch kaufmännische und betriebliche Grundkenntnisse müssen vorhanden sein. Im Laufe des Lebens lernt man stetig dazu (siehe zehntes Gebot), dennoch braucht es von Anfang an einen Grundstock an Wissen.

2. Du sollst dich vorbereiten!

In Zusammenhang mit dem ersten Gebot steht die zweite Empfehlung: Es reicht nicht aus, sich zu Beginn mit den an der Hochschule oder in der Ausbildung erworbenen Kenntnissen zufriedenzugeben. Das Internet, einschlägige Ratgeber und Berufsverbände bieten unzählige Möglichkeiten zur fachlichen Vorbereitung auf die Selbstständigkeit als Übersetzer und Dolmetscher. Berufsverbände bieten studentische Mitgliedschaften zu einem Vorteilspreis an; auch an Seminaren und Webinaren können Studierende zumeist vergünstigt oder gar kostenlos teilnehmen. Überstürze nichts!

3. Du sollst einen Plan haben!

Dieses Gebot bezieht sich nicht nur auf erworbene Kenntnisse, sondern wirft vielmehr einen Blick in die Zukunft: Wer bin ich? Wer möchte werden? Was kann ich? Was kann ich nicht? Was möchte ich anbieten? Was brauche ich? Welche Kunden möchte ich haben? Wie viel Geld muss/möchte ich verdienen? Wo sehe ich mich in einem, fünf, zehn Jahren? Habe ich einen Plan B?

4. Du sollst keine Angst haben!

Angst macht alles kaputt. Ein wenig Angst und Respekt vor der Herausforderung als Selbstständiger wirkt antreibend, gewinnt die Furcht vor dem Ungewissen jedoch die Oberhand, sollte man sich darüber Gedanken machen, ob die Selbstständigkeit der richtige Weg ist. Man muss sich der Risiken bewusst sein. 

5. Du sollst Spaß haben!

Wenn man zwar keine Angst, jedoch tatsächlich keinen Spaß an der Arbeit eines Sprachmittlers hat (oder die Freude im Laufe des Berufslebens verliert), sollte man ebenso über einen Kurswechsel nachdenken. Es ist ein Privileg, als Übersetzer und Dolmetscher Brücken schlagen zu dürfen; es sollte keine Selbstgeißelung sein.

6. Du sollst professionell kommunizieren!

Grundlagen einer professionellen Kommunikation sind eine geschäftliche Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Festnetztelefon- und Faxnummern verlieren zwar an Bedeutung, zeugen aber noch immer von Professionalität. Auch eine geschäftliche E-Mail-Adresse zeigt, dass man es ernst meint und nicht als Hobbyübersetzer tätig ist. Halte dich an die Konventionen und Regeln der professionellen E-Mail- und Telefonkommunikation.

7. Du sollst investieren!

Jeder Gründer investiert Geld und Zeit. Auch als Übersetzer und Dolmetscher kommt man daran nicht vorbei. Besuche Gründerseminare, nutze Unterstützungs- und Weiterbildungsangebote, hol dir ein vernünftiges Equipment (Hardware (Telefon, Handy, Drucker, Kopierer, Scanner, Fax, Laptop, Bildschirme, Tastatur, Maus …) und Software (in erster Linie ein CAT-Tool bzw. CAI-Tool)). Auch Bücher, Wörterbücher und Ratgeber kosten, sind aber lohnenswerte Anschaffungen.

8. Du sollst netzwerken!

Häufig erhält man (die besten) Aufträge durch Mundpropaganda. Erzähle allen von deiner Tätigkeit und baue ein Netzwerk auf, sowohl lokal als auch digital. Ehemalige Kommilitonen, Kollegen aus dem Berufsverband und Freunde in sozialen Netzwerken sind Gold wert.

9. Du sollst Dich vermarkten!

Wie willst Du durchstarten, wenn Dich keiner kennt? Auch hier gilt es zu investieren: Besorge Dir Visitenkarten, lass professionelle Businessfotos von Dir machen, baue eine Website auf, erstelle Profile in sozialen Netzwerken und auf Übersetzerplattformen (Stichwort: Netzwerken). Gehe offen und selbstbewusst auf Menschen zu und wirb für Dich.

10. Du sollst lernen … lebenslang!

Es ist ein Fehler, zu denken, dass man nach mehr als zehn Jahren Schulunterricht und mehreren Jahren Hochschulstudium ausgelernt hat. Jeder macht Fehler, niemand ist allwissend. Man muss neugierig sein, mit Kritik umgehen können und Spaß daran haben, sich ständig weiterzubilden und Neues zu entdecken.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.